STEFAN EBERT, EPIC TRAILS - MOUNTAINBIKE GUIDE IN KIGISISTAN UND TADSCHIKISTAN

 

 

Überwältigende Landschaft, herzliche Gastfreundschaft, unendliche Weite – das ist Kirgisistan und Tadschikistan. Epic Trails bietet seit mehreren Jahren Bikereisen in Zentralasien an. „Auf unseren Touren stehen das authentische Erlebnis von Land und Leuten und die Freude am Radfahren im Vordergrund. In Zentralasien haben wir entlang unseren Routen über hunderte Kilometer nicht mal eine Autowerkstatt, geschweige denn einen Fahrradladen“, berichtet Stefan Ebert, Gründer und Bikeguide bei Epic Trails.

Während des Sommers führt er als Guide bei Epic Trails Mountainbiker durch das Pamir-Gebirge, im Winter berichtet er auf Vortragsreihen von seinen Reisen.

"In Zentralasien haben wir entlang unseren Routen über hunderte Kilometer nicht mal eine Autowerkstatt, geschweige denn einen Fahrradladen. Daher heißt die Devise: extrem gute Technik für extreme Einsätze!"

Als Tourenveranstalter in Kirgisistan, Tadschikistan und Usbekistan

Stefan, wie kommt man darauf Mountainbike-Reisen in Zentralasien anzubieten? Was fasziniert Dich besonders? 

Vor einigen Jahren hätte ich nie geglaubt, dass ich mal Mountainbike-Reisen in Zentralasien organisieren werde. Es waren viele kleine Schritte die mich zum Reiseveranstalter in Zentralasien gemacht haben. Ich habe mehrere Jahre in der Entwicklungshilfe bei der Deutschen Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) gearbeitet. Als ich mich damals für das Ausland beworben hatte, gab es zwei freie passende Stellen: eine auf den Philippinen und eine in Kirgisistan. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich selbst nicht wie Kirgisistan ist, noch wo es liegt. Google hat eine klare Antwort gegeben: es gibt dort Berge, Berge und nochmals Berge. Da war für mich schnell klar, ich will nach Kirgisistan. In meiner Zeit als Entwicklungshelfer in Kirgisistan von 2012 bis 2014 habe ich nebenbei viele Ski-, Wander-, Kletter- und vor allem Bike-Touren unternommen. Das Land hat mich von Anfang an total fasziniert und jede freie Minute war ich mit Freunden und Kollegen unterwegs. Fahrradreisen zu organisieren und zu guiden war schon länger ein Wunsch von mir. Bei einer Party in Bischkek, der kirgisischen Hauptstadt, traf ich dann zufällig Artiom, meinen jetztigen Guiding-Partner. Es stellte sich heraus, dass er als Tourguide arbeitet. Die Idee, gemeinsam Mountainbike-Reisen auf die Beine zu stellen, war schnell gesponnen. Keiner ahnte, dass daraus eine feste Freundschaft und lange Zusammenarbeit werden würde. Mit alten, sowjetischen Militärkarten bewaffnet, sind wir damals losgefahren und haben die Touren zusammengestellt. Viele Wege in den Karten exisitierten so nicht mehr. Wir haben viel probiert, Hotels und Gästehäuser besucht und in Jurten geschlafen. Bevor die erste Reisegruppe kam, habe ich die Tour mit einem Freund und meinem Vater getestet. Heute haben wir zirka 60 Gäste pro Reisesaison.




 

Kirgisistan, Tadschikistan, Usbekistan – für die meisten von uns sind diese Länder weitestgehend unbekannt. Wie ist die Logistik und die Versorgung auf Deinen Reisen? Wie steht es um Ersatzteile? 

Die Länder Zentralasiens sind in vielen Gebieten sehr dünn besiedelt. Entlang der alten Seidenstraße finden sich auch heute große Städte und Handelszentren. Abseits davon findet man weite, oft menschenleere Landschaften. Auf unseren Reisen haben wir daher fast alles selbst dabei: von der Campingdusche bis zur Fahrradwerkstatt. Unterwegs können wir nur wenig einkaufen. Die Logistik ist das A und O auf unseren Reisen. Unser Team besteht aus mehreren Fahrern, einem Koch, Helfer und Guide. Die Begleitmannschaft ist in Geländefahrzeugen unterwegs und bringt unser Material und Gepäck immer zum nächsten Übernachtungspunkt. Ich fahre mit der Gruppe mit einem kleinen Tagesrucksack und dem nötigsten Werkzeug und Ersatzteilen über die Strecke. Zum Mittag und am Abend treffen wir unsere Begleitmannschaft wieder, die dann mit leckerem Essen auf uns wartet.

"Für das Material ist der feine Staub in Kombination mit dem Wasser eine absolute Herausforderung."

WELCHES MATERIAL FÄHRT DER GUIDE IN ZENTRALASIEN?

Mit welchem Material bist Du unterwegs?

In Zentralasien ist es im Sommer sehr trocken. Wir fahren auf staubigen Pisten und trockenen Trails und müssen immer wieder Bäche durchqueren. Für das Material ist der feine Staub in Kombination mit dem Wasser eine absolute Herausforderung. Lager und Antrieb werden sehr beansprucht. Ich fahre ein Hardtail der Firma Mi-Tech mit einem Pinion P1.12 Getriebe mit Gates. Ich liebe dieses Rad, da ich wartungsfrei fahren kann. Für mich als Guide ist es wichtig, mich zu 100 % auf mein Material verlassen zu können. Mit dem Pinion Antrieb habe ich ein absolut pflegeleichtes Rad. So bleibt für mich mehr Zeit für andere Dinge auf der Reise.

 

"Mit dem Pinion Antrieb habe ich ein absolut pflegeleichtes Rad. So bleibt für mich mehr Zeit für andere Dinge auf der Reise."

Was sollten die Teilnehmer wissen?

Was empfiehlst Du den Teilnehmern?

Unsere Touren kann man mit jeder Art von Mountainbike fahren. Die Strecken sind fahrtechnisch größtenteils leicht zu bewältigen. Dennoch empfehle ich den Teilnehmern mit einem Fully und/oder breiten Reifen zu fahren. Bei den schlechten Bedingungen vieler Wege ermüdet man auf einem Hardtail deutlich schneller, als auf einem vollgefederten Bike. Bei meinem Rad fahre ich 27,5“ plus Reifen schlauchlos und mit wenig Druck. Das nimmt viele Schläge von der Piste auf und ist angenehm zu fahren.

Eine abschließende Frage, die bei uns intern für Verwirrung sorgte: Kirgistan oder Kirgistan – was ist richtig?

Die Frage taucht immer wieder auf: Kirgistan, Kirgisistan oder Kirgisien. Alles drei ist richtig!